Tai Chi ist eine sanfte chinesische Bewegungskunst, die Meditation, körperliches Training und Selbstverteidigung vereint. Sie hat einen positiven Einfluss auf die Lebensenergie, bringt Körper und Geist in Einklang und kann sogar bei Krankheiten wie Parkinson und Arthrose unterstützend eingesetzt werden.
Wer Tai Chi übt, wird so geschmeidig wie ein Baby, so stark wie ein Holzfäller und so gelassen wie ein Weiser – so ein chinesisches Sprichwort. Tai Chi ist eine jahrhundertealte chinesische Kampfkunstart, die auch als Schattenboxen bezeichnet wird. Heute erfreut Tai Chi als entspannende und meditative Bewegungskunst immer mehr Menschen jeden Alters.
Im Mittelpunkt stehen beim Tai Chi Körperspannung, Achtsamkeit und Atmung. Das Bewegungstraining besteht aus einer Abfolge traditioneller chinesischer Körperübungen, die fliessend ineinander übergehen.
Auf diese Weise werden alle Muskeln, Sehnen, Gelenke und Knochen angesprochen und auf eine sanfte Weise gedehnt. Die gerade Haltung des Rückens während der Übungen bewirkt einen Dehneffekt der Wirbelsäule, durch den die Bandscheiben entlastet werden. Auch das Nervensystem wird durch die schonende Rückenhaltung positiv beeinflusst.
Nach chinesischer Vorstellung ist das so genannte Chi die Lebensenergie, die in jedem Menschen fliesst. Ist der Fluss gestört, können Beschwerden und Krankheiten entstehen.
Der Begriff Tai hat kein entsprechendes Gegenstück in der deutschen Sprache. Er stammt aus dem Daoismus und bedeutet so viel wie „kosmisches Urprinzip der Natur“. Der Begriff beschreibt das Wechselspiel zwischen Yin und Yang – zwei entgegengesetzte Elemente, die sich harmonisch ergänzen. Yin und Yang werden in unserem Artikel zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) genauer erklärt.
Beim Praktizieren von Tai Chi gibt es keine Trennung von Körper und Geist. Das bedeutet, dass sich jede körperliche Übung auch auf das Bewusstsein auswirkt. Durch die Koordination von Atem, Bewegung und Bewusstsein soll die Lebensenergie Chi auf allen Ebenen harmonisiert werden.